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Arzneimittel im Trinkwasser?

In den letzten Jahren wurden Wirkstoffe vieler Arzneimittel in Flüssen, im Grundwasser und vereinzelt im Trinkwasser nachgewiesen. Hier haben sie jedoch nichts zu suchen. Wie gelangen Arzneimittel in die Umwelt und was kann man dagegen tun?

Der Haupteintrag erfolgt über die Kläranlagen: Nach der Einnahme der Medikamente werden deren Wirkstoffe (zum Teil unverändert) vom Körper ausgeschieden und gelangen auf dem Weg durch die Toilette ins Abwasser. Auch die direkte Entsorgung nicht eingenommener Arzneimittel über die Toilette führt zu einer Belastung der Abwässer. In der Kläranlage werden die Wirkstoffe nicht vollständig entfernt, so dass sie mit der Einleitung des geklärten Abwassers in Oberflächengewässer und Grundwasser gelangen. Hinzu kommen zum Beispiel Tierarzneimittel und pharmazeutische Wirkstoffe, die Futtermitteln beigemischt werden. Diese sickern über Gülle und Mist ebenfalls ins Grundwasser, eine der wichtigsten Quellen für die Trinkwasserversorgung.

Durch die Aufbereitung des Trinkwassers können Rückstände vermindert, jedoch nicht immer restlos entfernt werden. Die Konzentrationen sind allerdings sehr niedrig (im Bereich von Nanogramm = milliardstel Gramm pro Liter). Nach bisherigen Erkenntnissen sind diese für den Menschen nicht schädlich, mögliche Langzeitwirkungen müssen aber noch erforscht werden.

Die gute Nachricht: Das Bremer Trinkwasser ist arzneimittelfrei!
Die bisher letzte Untersuchung auf Arzneimittelwirkstoffe erfolgte im April 2014. Dabei wurde das Trinkwasser auf mehr als 20 verschiedene Wirkstoffe untersucht. In keiner Probe wurden Rückstände gefunden.

Entsorgung von Medikamenten

Damit dies so bleibt, müssen verschiedene Anstrengungen unternommen werden, die zu einer Reduzierung des Medikamenteneintrages in die Umwelt führen.

Auch Sie können unmittelbar dazu beitragen:

Werfen Sie nicht eingenommene oder abgelaufene Medikamente in die Restmülltonne oder geben Sie sie zur Entsorgung in der Apotheke ab. Auf keinen Fall gehören sie in Toilette oder Waschbecken. Und besprechen Sie Ihren voraussichtlichen Medikamentenbedarf mit Ihrem Arzt oder Apotheker, damit schon an dieser Stelle ein späterer Arzneimittel-Abfall vermieden wird.

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