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HIV – Human Immunodeficiency Virus

HIV ist der Name des Krankheitserregers. Englische Abkürzung für Human Immunodeficiency Virus, auf Deutsch Menschliches Abwehrschwäche-Virus.
AIDS ist die Bezeichnung für Erkrankungen, die durch das HI-Virus ausgelöst werden können. Englische Abkürzung (Acquired Immune Deficiency Syndrome), auf Deutsch: Erworbenes Abwehrschwächesyndrom (Syndrom = Komplex verschiedener Erkrankungen).
Das HI-Virus befällt Zellen der körpereigenen Abwehr, die sogenannten Helferzellen oder auch CD4-Zellen oder T4-Zellen. Es zerstört einen Teil dieser Zellen, so dass das Abwehrsystem gestört wird. Je weniger Helferzellen vorhanden sind, desto weniger ist die Abwehr in der Lage, den Körper vor Krankheiten zu schützen. Bei einer fortgeschritten Abwehrschwäche sprechen wir von AIDS.
Die HIV-Infektion ist nach wie vor nicht heilbar, mit einer rechtzeitigen und konsequenten Behandlung, bestehen gute Chancen, mit HIV über viele Jahre und Jahrzehnte mit HIV zu leben und eine schwere Immunschwäche zu verhindern.

Wie kann HIV übertragen werden?

HIV kann nur übertragen werden, wenn es in ausreichender Menge auf die Schleimhäute oder in die Blutbahn gelangt. Entzündungen durch andere sexuell übertragbare Infektionen (STI) erleichtern dem HI-Virus das Eindringen.
Eine Ansteckung mit HIV ist möglich über Kontakt mit Blut (auch Menstruationsblut), Samenflüssigkeit oder Scheidenflüssigkeit von HIV-infizierten Menschen.
Wenn eine Frau HIV-infiziert ist, kann sie das HI-Virus während des Stillens über die Muttermilch auf ihren Säugling übertragen.

Sexuelle Übertragung

Am häufigsten wird HIV beim Sex ohne Kondom übertragen.

Wenn ein Partner/eine Partnerin eine sexuell übertragbare Infektion wie Syphilis, Tripper (Gonorrhö) oder Herpes hat, ist das das Risiko, sich und andere anzustecken deutlich höher. Entzündungen, Geschwüre und Schleimhautverletzungen können eine Ein- und Austrittspforte für HIV sein. Daher ist es wichtig, solche Ansteckungen rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln – und bis zum erfolgreichen Abschluss der Behandlung auf Sex zu verzichten.
Wer häufig mit wechselnden Partner(inne)n Sex hat, sollte sich regelmäßig auf sexuell übertragbare Infektionen untersuchen lassen, weil diese nicht immer selbst zu erkennen sind.

Analverkehr:

Ein Risiko für eine HIV-Infektion besteht auch ohne Samenerguss für den aufnehmenden wie für den eindringenden Partner. Die Darmschleimhaut kann HIV aus Samenflüssigkeit (Sperma) oder aus dem Flüssigkeitsfilm auf dem Penis direkt aufnehmen. Der eindringende Partner kann sich über die Schleimhaut am Penis infizieren. Ein Risiko besteht also sowohl für den aufnehmenden wie für den eindringenden Partner.

Vaginalverkehr:

Frauen können HIV über die Schleimhaut der Scheide oder des Gebärmutterhalses aufnehmen. Männer können HIV über die Schleimhäute am Penis aufnehmen.
Reizungen des Gebärmutterhalses sowie Entzündungen oder Verletzungen von Penis oder Scheide erleichtern eine Ansteckung mit HIV.
HIV wird leichter vom Mann auf die Frau übertragen als umgekehrt. Während der Periode (Monatsblutung) ist die Ansteckungsgefahr für Frau und Mann erhöht.

Oralverkehr:

Ist deutlich risikoärmer als Anal- oder Vaginalverkehr. Die Mundschleimhaut ist widerstandfähiger gegen HIV als andere Schleimhäute. Außerdem „spült“ der Speichel Erreger von der Schleimhaut ab und wirkt verdünnend. Ein HIV-Risiko besteht, wenn wenn Samenflüssigkeit oder Menstruationsblut in den Mund der Partnerin/des Partners gelangt.

Übertragung beim Drogengebrauch

Menschen, die sich Drogen spritzen („fixen“), haben ein sehr hohes Ansteckungsrisiko, wenn sie gemeinsam Spritzbestecke benutzen. Die Erreger können in feuchten Blutresten im Inneren der Spritze mehrere Tage überleben. Auch beim Aufteilen der Droge mit Hilfe gebrauchter Spritzbestecke und beim Verwenden gebrauchten Zubehörs (Löffel, Filter, Tupfer) besteht ein Infektionsrisiko.
Außerdem kann beim gemeinsamen Gebrauch von Spritzbesteck und Zubehör sehr leicht Hepatitis übertragen werden, die Leberentzündungen verursachen und langfristig zu Leberzirrhose und Leberkrebs führen können.

Mutter-Kind-Übertragung

Kinder von HIV-infizierten Frauen können sich während der Schwangerschaft, beim Stillen und vor allem während der Geburt anstecken. Das Risiko einer Ansteckung für das Kind kann durch eine rechtzeitige medizinische Betreuung der Mutter unter 1% gesenkt werden. Dafür muss die HIV-Infektion der Mutter festgestellt sein. Schwangeren wird daher im Rahmen der Vorsorge auch der HIV-Test angeboten. Bei einem HIV-positiven Befund ist eine medizinische Betreuung durch HIV-Spezialistinnen oder -Spezialisten wichtig.