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Große Impfaktion 2015 erfolgreich abgeschlossen.

Impfteams haben großartige Arbeit geleistet

In einer großen Impfaktion wurden von Mitte November 2015 bis Weihnachten über 6600 Impfungen bei Kindern und Erwachsenen in Bremer Flüchtlingsunterkünften durchgeführt.

Das Gesundheitsamt hatte in Zusammenarbeit mit der Ärztekammer Bremen zu dieser Aktion aufgerufen und in einer großartigen Welle der Hilfsbereitschaft meldeten sich über 200 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer. Neben Ärztinnen, Ärzten, medizinischen Fachangestellten und Pflegepersonal, verstärkten auch Verwaltungsfachkräfte die interdisziplinären Impfteams.

Geimpft wurde vor allem in den großen Notunterkünften, wie Zelten und Turnhallen, aber auch in einigen Übergangswohnheimen. Doch egal wo, die Teams wurden überall freudig begrüßt und das Impfangebot mit großer Dankbarkeit angenommen.

Impfungen

Basierend auf den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) beim Robert-Koch-Institut wurde allen Bewohnern, sowohl eine Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR) als auch gegen die saisonale Grippe (Influenza) angeboten. In langen Schlangen warteten die Kinder, Frauen und Männer geduldig bis sie an der Reihe waren und bedankten sich für die Fürsorge häufig bereits mit ersten deutschen Worten. Die Kinder beobachteten gespannt, was da so vor sich ging und freuten sich auf die kleine süße Belohnung nach der Impfung und ihren neuen Impfpass.

Impfausweis

Für die notwendige Aufklärung sorgten mehrsprachige Aufklärungsmaterialien des Robert-Koch-Instituts und Dolmetscher vor Ort. Auch das Betreuungspersonal in den Einrichtungen unterstützte die Aktion sehr bereitwillig und half bei der Verteilung der Einverständniserklärungen, beantwortete viele Fragen und sorgte für eine gute Ankündigung und die entsprechenden Räumlichkeiten.

Die gesamte logistische Herausforderung der Koordination der Termine und der freiwilligen Impfteams, der Material- und Impfstoffbestellung, der Vorbereitung und Anlieferung aller Materialien und vieles mehr, oblag den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Gesundheitsamtes. Auch hier zeigte sich eine große Bereitschaft zu freiwilliger Mehrarbeit und Übernahme neuer, bisher unbekannter Aufgaben.

Dass am Ende alles so gut klappte, ist dem Engagement Vieler zu verdanken, insbesondere natürlich den ehrenamtlich Tätigen in den Impfteams, die gut gelaunt und hoch motiviert auch die kleinen Tücken des Alltags meisterten. Wie beispielsweise akute Planänderungen, weil das Zelt in dem geimpft werden sollte, gerade wegen Sturms evakuiert wurde, oder alle Bewohner einer Turnhalle am Impftag verlegt wurden.

Trotz aller Anstrengungen blieb am Ende jedes Einsatzes das Gefühl: "Das hat richtig Spaß gemacht. Wir waren ein super Team. Wir kommen gerne jederzeit wieder". Und vor allem: "Das war ein anstrengender Nachmittag, aber wir haben heute etwas richtig Sinnvolles geleistet".

Insgesamt wurden im oben genannten Zeitraum 6.612 Impfdosen verabreicht.

Die folgende Übersicht zeigt die Verteilung der einzelnen Impfungen auf die unterschiedlichen Altersgruppen.

Erkrankung/Impfstoff Impfdosen
Masern/Mumps/Röteln 2.879
Influenza (ab 10 Jahre) 3.238
Influenza (2 - 10 Jahre) 406
Influenza (6 Monate - 2 Jahre) 89
Impfdosen insgesamt 6.612

In diesem Jahr werden, die Impfungen gemäß Empfehlung der STIKO, stufenweise in die regulären Erstuntersuchungen der Flüchtlinge integriert. Bis dieses Konzept flächendeckend umgesetzt werden kann, wird es einzelne Aktionen in großen Notunterkünften geben.

Die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge werden ab 18.01.2016 im Rahmen ihrer Erstuntersuchung gegen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Poliomyelitis und Masern, Mumps, Röteln geimpft.

Damit wird die gesundheitliche Vorsorge und Fürsorge für die Asylsuchenden weiter verbessert. Dies dient sowohl dem Schutz der Flüchtlinge selbst, die Aufgrund der anstrengenden Flucht, der engen räumlichen Unterbringungssituation und des häufig fehlenden Impfschutzes eine besonders gefährdete Gruppe darstellen, als auch dem Schutz der Allgemeinheit vor der Ausbreitung bestimmter Infektionskrankheiten.

Weitere Hinweise und Links

Kinderbilder