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Pertussis (Keuchhusten)

Informationen zu Keuchhusten

Stand der Informationen: 11/2016

Infektionsweg

Pertussis ist hoch ansteckend. Die Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch, zum Beispiel durch Husten, Niesen oder Sprechen.

Inkubationszeit

Die Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit beträgt meist 9 – 10 Tage.

Dauer der Ansteckungsfähigkeit

Die Ansteckungsfähigkeit beginnt am Ende der Inkubationszeit, erreicht ihren Höhepunkt während der ersten beiden Wochen der Erkrankung und kann bis zu drei Wochen andauern. Bei Durchführung einer antibiotischen Therapie verkürzt sich die Dauer der Ansteckungsfähigkeit auf etwa fünf Tage nach Beginn der Therapie.

Klinische Symptomatik

Pertussis ist eine Erkrankung, die über mehrere Wochen bis Monate andauern kann. Die typische Erstinfektion bei Pertussis bei Ungeimpften verläuft in drei Stadien:

  • Stadium catarrhale (Dauer 1 – 2 Wochen): Es ist durch grippeähnliche Symptome wie Schnupfen, leichten Husten, Schwäche und kein oder nur mäßiges Fieber gekennzeichnet.
  • Stadium convulsivum (Dauer 4 – 6 Wochen): In diesem Stadium kommt es zu anfallsweise auftretenden Hustenstößen (Stakkatohusten), gefolgt von pfeifendem Einatmen. Die Hustenattacken gehen häufig mit Hervorwürgen von zähem Schleim und anschließendem Erbrechen einher. Die Attacken können sehr zahlreich sein und treten gehäuft nachts auf.
  • Stadium decrementi (Dauer 6 – 10 Wochen): Es kommt zum allmählichen Abklingen der Hustenanfälle.

Bei Jugendlichen und Erwachsenen verläuft Keuchhusten oftmals als lang dauernder Husten ohne die typischen Hustenanfälle. Bei Säuglingen kann der Husten ganz fehlen, stattdessen können lebensbedrohliche Atemstillstände auftreten.

Säuglinge haben zudem das höchste Risiko, schwerwiegende Komplikationen zu erleiden. Die häufigste Komplikation ist eine Lungenentzündung, auch Mittelohrentzündungen kommen häufig vor.

Diagnose

Bei typischen Symptomen kann die Diagnose durch die Kinderärztin/den Kinderarzt gestellt werden. Eine Bestätigung durch einen Nasen-Rachenabstrich wird empfohlen. Im Blut sind erst nach circa 3 Wochen typische Antikörper nachweisbar.

Therapie

Eine Therapie mit einem Antibiotikum beeinflusst Dauer und Heftigkeit der Hustenattacken kaum. Jedoch wird die Dauer der Ansteckungsfähigkeit auf 5 Tage deutlich gesenkt.

Impfung

Die Keuchhusten Impfung ist Teil einer Kombinationsimpfung, die nach STIKO-Empfehlung unmittelbar nach Vollendung des 2. Lebensmonats begonnen wird. Für einen vollständigen Impfschutz sind zunächst 4 Impfungen erforderlich. Auffrischimpfungen erfolgen mit 5-6 Jahren und im Alter von 9-17 Jahren.

Abweichend von diesem Impfschema kann jederzeit auch im Jugend- oder Erwachsenenalter eine Impfung gegen Keuchhusten durchgeführt werden (dann in Kombination mit der Tetanus- und Diphtherie-Impfung).

Die Impfung gegen Keuchhusten hinterlässt, ebenso wie die durchgemachte Erkrankung, keinen sicheren lebenslangen Schutz.

Im Erkrankungsfall: Was Eltern zu Hause tun können

  • Schonen Sie Ihr Kind. Körperliche Anstrengung löst Hustenanfälle aus.
  • Geben Sie dem Kind möglichst viel zu trinken, damit sich der Schleim in der Lunge besser lösen und abgehustet werden kann.
  • Bieten Sie häufig kleine Mahlzeiten an und kontrollieren Sie das Gewicht Ihres Kindes. Das häufige Erbrechen kann zu Gewichtsverlust führen.
  • Da die Hustenanfälle vor allem in der Nacht kommen, sorgen Sie für kühle und feuchte Raumluft. Sie können zum Beispiel feuchte Handtücher im Zimmer aufhängen.
  • Bleiben Sie auch bei heftigen Hustenanfällen besonnen und beruhigen Sie Ihr unter Luftnot leidendes Kind. Psychische Belastung kann erneut Hustenanfälle auslösen.

Maßnahmen für Patienten und Kontaktpersonen

  • Erkrankte oder Verdächtige dürfen bei Auftreten der ersten Krankheitssymptome die Gemeinschaftseinrichtung nicht mehr besuchen.
  • Kindergarten und Schule dürfen, wenn der Gesundheitszustand es zulässt, frühestens 5 Tage nach Therapiebeginn mit einem Antibiotikum wieder besucht werden. Ohne Behandlung ist eine Wiederzulassung frühestens drei Wochen nach Auftreten der ersten Symptome möglich. Ein schriftliches ärztliches Attest ist nicht erforderlich.
  • Enge Kontaktpersonen ohne Impfschutz sollten Antibiotika vorbeugend einnehmen. Ebenso geimpfte Kontaktpersonen, in deren unmittelbarer Nähe sich gefährdete Personen befinden. Auch wenn Sie nicht selber erkrankt sind, können Sie die Bakterien weiterverbreiten und andere anstecken.
  • Ansonsten vermeiden Sie den Kontakt zu Säuglingen, Kleinkindern und Menschen mit schweren Grunderkrankungen.
  • Bitte vergewissern Sie sich, dass Ihre Kinder und Sie selbst über einen ausreichenden Impfschutz gegen Pertussis verfügen oder vereinbaren einen Termin zur Impfung.

Weitere Hinweise und Links