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Legionellen in Trinkwasserinstallationen

die Abbildung zeigt eine Duschbrause: legionellen können über feinste Wassertröpfchen zum Beispiel beim Duschen eingeatmet werden

Die aktuelle Trinkwasserverordnung beinhaltet eine Reihe von Untersuchungspflichten, so auch die Pflicht zur Untersuchung des Trinkwassers auf Legionellen. Seit November 2012 muss das Wasser aus Wassererwärmungsanalagen regelmäßig auf Legionellen untersucht werden.

  • Wer muss untersuchen?
  • Welche Warmwasseranlagen sind betroffen?
  • Wie muss man vorgehen?

Auf diese und weitere Fragen geben wir Antworten.

  • Was sind Legionellen?

Legionellen sind Bakterien, die überall dort vorkommen können, wo es Wasser gibt. Auch im Trinkwasser können sie vereinzelt auftreten. Unter bestimmten Voraussetzungen können sie sich im Warmwassersystem der Hausinstallation vermehren. Legionellen können mit Aerosolen (feinste Wassertröpfchen) zum Beispiel beim Duschen eingeatmet werden und so die sogenannte Legionellose auslösen, eine schwere Form der Lungenentzündung.

  • Wer muss das Trinkwasser auf Legionellen untersuchen lassen?

Die Pflicht zur Untersuchung besteht zum einen für bestimmte Wassererwärmungsanlagen, die in vermieteten Gebäuden betrieben werden (sogenannte gewerbliche Nutzung). Weiterhin muss das Wasser aus bestimmten Anlagen in Gebäuden mit öffentlicher Nutzung untersucht werden, also zum Beispiel Krankenhäuser, Schwimmbäder, Fitnessstudios, Hotels und auch Altenheime. Der Vermieter oder Eigentümer dieser Anlagen muss das Wasser regelmäßig auf Legionellen untersuchen lassen.

  • Welche Gebäude beziehungsweise Anlagen sind konkret betroffen?

Die Untersuchungspflicht besteht für Gebäude mit mindestens drei Wohneinheiten. Außerdem müssen Duschen oder andere Einrichtungen vorhanden sein, bei denen es zu einer Vernebelung des Trinkwassers kommt. Bei der Wassererwärmungsanlage muss es sich um eine sogenannte Großanlage mit zentralem Warmwasserspeicher handeln. Anlagen in Ein- und Zweifamilienhäusern sind generell von der Untersuchungspflicht ausgenommen, auch dann, wenn dort eine Großanlage vorhanden ist.

  • Was sind Großanlagen?

Das sind Anlagen, in denen der Speicher mehr als 400 Liter fasst und/oder das Wasservolumen in der Leitung zwischen dem Speicher und der letzten Zapfstelle mehr als 3 Liter beträgt.

  • Gilt die Untersuchungspflicht auch für Eigentümergemeinschaften?

Werden die Wohnungen einer Eigentümergemeinschaft ausnahmslos von den Eigentümern selbst bewohnt, besteht keine Untersuchungspflicht. Sobald aber nur eine Wohnung vermietet wird und sich im Gebäude eine Großanlage zur Trinkwassererwärmung befindet, muss das Trinkwasser untersucht werden.

  • Besteht die Untersuchungspflicht auch für Durchlauferhitzer?

Wenn die Wohnungen in Mehrfamilienhäusern jeweils mit Durchlauferhitzern ausgestattet sind, besteht keine Untersuchungspflicht, auch wenn das Haus mehr als 2 Wohneinheiten hat.

  • Wie oft muss das Wasser untersucht werden?

Bei Großanlagen in vermieteten Gebäuden muss das Wasser mindestens alle 3 Jahre auf Legionellen untersucht werden.

Bei Großanlagen, die in den Gebäuden mit öffentlicher Nutzung betrieben werden, ist das Wasser mindestens einmal im Jahr auf Legionellen zu untersuchen.

  • Wer untersucht das Wasser?

Der Eigentümer oder Vermieter muss ein Labor mit den Untersuchungen beauftragen, das für Trinkwasseruntersuchungen zugelassen ist.
Liste der in Bremen zugelassenen Labore (pdf, 24.6 KB).
Das beauftragte Labor entnimmt vor Ort die Wasserproben und analysiert sie.

  • Wie viele Proben müssen untersucht werden?

Es müssen zwei Wasserproben am Speicher (Vor- und Rücklauf) und zusätzlich je nach Gebäudegröße Proben in mehreren Wohnungen entnommen werden. Die Anzahl dieser Proben richtet sich nach der Anzahl der in der Anlage vorhandenen Steigleitungen (als Faustregel gilt: je "angefangene" 10 Steigleitungen 3 Proben). Außerdem muss bei jeder Wasserprobe die Temperatur gemessen werden.

  • Wie sind die Ergebnisse zu bewerten?

Wenn der technische Maßnahmenwert von 100 KBE Legionellen / 100 ml Wasser überschritten wird, müssen Sie das Ergebnis dem Gesundheitsamt melden. Je nach Höhe der Legionellenkonzentration wird dann festgelegt, welche Maßnahmen erforderlich sind.
Es kann zum Beispiel als Sofortmaßnahme eine thermische Desinfektion erforderlich werden. Dabei wird das Wasser im gesamten Warmwassersystem auf mindestens 70 Grad erhitzt.
Zur dauerhaften Vermeidung von Legionellen können im zweiten Schritt Sanierungsarbeiten an der Trinkwasserinstallation erforderlich werden. In welchem Umfang das geschehen muss, wird über eine sogenannte Gefährdungsanalyse ermittelt. Zur Erstellung dieser Analyse ist der Eigentümer laut Trinkwasserverordnung verpflichtet, wenn der Maßnahmenwert überschritten wird.

  • Müssen die Verbraucher über die Untersuchungen informiert werden?

Die Trinkwasserverordnung schreibt vor, dass die Ergebnisse der Legionellenuntersuchungen den Verbrauchern mitgeteilt werden müssen. Dies kann zum Beispiel durch einen Aushang am Schwarzen Brett geschehen.

  • Was kann ich tun, um die Vermehrung von Legionellen im Warmwassersystem zu verhindern?

Legionellen vermehren sich gut in einem Temperaturbereich von circa 30- 50°C. Über 50°C sinkt die Vermehrungsrate deutlich. Eine dauerhafte Betriebstemperatur im Speicher von 60°C verhindert die Vermehrung von Legionellen. Stagnation des Wassers in den Leitungen führt ebenfalls zu einer höheren Legionellenkonzentration. Man sollte deshalb dafür sorgen, dass in der Trinkwasserinstallation in allen Bereichen das Wasser gut fließen kann. Leitungen, in denen das Wasser dauerhaft steht, also Totleitungen, sollte man vermeiden beziehungsweise vom Trinkwassernetz abtrennen.

  • Wen können Sie ansprechen?

Wenn Sie Fragen zu diesem Thema haben, stehen wir Ihnen zur Beratung gerne zur Verfügung:

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08:30 Uhr bis 12:30 Uhr