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Gesundheitliche Versorgung von Flüchtlingen

Flüchtlinge in Bremen

Seit dem Frühjahr 2015 arbeitet das Gesundheitsamt Bremen mit vereinten Kräften an dem Ziel, die gesundheitliche Versorgung der nach Bremen kommenden Flüchtlinge risikoorientiert zu gewährleisten.

Dies geschieht bei

  • den medizinischen Erstuntersuchungen durch Ärztinnen und Ärzte in zentralen Erstaufnahmeeinrichtungen,
  • der Durchführung von Akutsprechstunden,
  • den Impfungen der Flüchtlinge gegen hochansteckende und gefährliche Krankheiten wie Masern, Mumps, Röteln oder Polio,
  • der Organisation von Röntgenaufnahmen,
  • der Tuberkuloseberatung,
  • gesundheitsfachlichen Stellungnahmen zu allen Bauanträgen für Flüchtlingsunterkünfte,
  • bei der hygienischen Überwachung dieser Einrichtungen,
  • bei Fortbildungsveranstaltungen zu Infektionskrankheiten und Hygiene für Schulen und Trägern der Flüchtlingsunterkünfte,
  • der Beratung von Politik und anderen Behörden und Institutionen.

Koordiniert wird diese Arbeit durch die Abteilungsleiterin im Rahmen einer abteilungsübergreifenden Arbeitsgruppe innerhalb des Gesundheitsamtes.

Gesundheit und Versorgung von Asylsuchenden und Geflüchteten

Leitthema Gesundheit und Versorgung von Asylsuchenden und Geflüchteten. Bundesgesundheitsbl 59 (2016) 5
Leitthema Gesundheit und Versorgung von Asylsuchenden und Geflüchteten. Bundesgesundheitsbl 59 (2016) 5

Die angemessene Versorgung von Asylsuchenden und Geflüchteten stellt die Gesundheitsdienste vor große Herausforderungen. Die Fachzeitschrift Bundesgesundheitsblatt-Gesundheitsforschung-Gesundheitsschutz hat sich dieser Thematik in einem aktuellen Schwerpunktheft gewidmet.
Bundesweit fehlen bislang standardisierte Gesundheitsdaten zu Geflüchteten und Asylsuchenden, über ihre Bedarfe und Defizite in der gesundheitlichen Versorgung ist noch wenig bekannt. Die neue Ausgabe des Bundesgesundheitsblatts trägt nun das vorhandene Wissen in zwölf Beiträgen zum Thema Asylsuchende und Gesundheit zusammen, mit dem Ziel, verfügbare Evidenz und Erfahrungen aus Versorgung, Prävention aufzuzeigen und zur Stärkung lokaler Strukturen beizutragen.
Drei Übersichtsbeiträge informieren über international verbindliche Standards der Flüchtlingshilfe, Lösungsstrategien der Kommunen und über die Rolle des Öffentlichen Gesundheitsdienstes am Beispiel des Bremer Modells. Dieses wird vom Gesundheitsamt Bremen getragen und ermöglicht eine bundesweit anerkannte Gesundheitsversorgung von Asylsuchenden.
In zwei Artikeln geht es um Möglichkeiten, psychischen Störungen im Zusammenhang mit der Flucht wirksam zu begegnen. Viele Flüchtlinge können die traumatischen Ereignisse in einer sicheren Umgebung überwinden, andere benötigen therapeutische Hilfe.
Vier weitere Beiträge befassen sich mit Infektionskrankheiten und ihrer Prävention. Analysen des Robert Koch-Instituts deuten darauf hin, dass sich die Erkrankten in den meisten Fällen in Deutschland angesteckt haben.
Zur Umsetzung empfohlener Impfungen wird ein Best-Practice-Konzept vorgestellt.

Leitthema: Gesundheit und Versorgung von Asylsuchenden und Geflüchteten. Bundesgesundheitsblatt-Gesundheitsforschung-Gesundheitsschutz 59(2016)5, 543-701 Themenübersicht

Ausgewählte Beiträge:

In dem Bremer Beitrag stellen die Kolleginnen des Gesundheitsamtes das Bremer Modell vor, das ein niedrigschwelliges und umfassendes Versorgungsangebot mit primärmedizinischen Maßnahmen sicherstellt. Der Öffentliche Gesundheitsdienst fungiert als "gate opener" zur Regelversorgung und nimmt eine zentrale Rolle in der Versorgung geflüchteter Menschen ein. Gleichzeitig erhalten Asylsuchende eine Gesundheitskarte, die ihnen einen begrenzten Zugang zur Regelversorgung ermöglicht.

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