Sie sind hier:

Sexuell übertragbare Infektionen (STI)

Die Abkürzung STI steht für Sexuell Transmitted Infection. Neben HIV gibt es weitere Erreger, die beim ungeschützten Sex übertragen werden und Erkrankungen verursachen können, wie zum Beispiel:
Gonorrhoe (Tripper),
Chlamydien-Infektion,
Syphilis,
Genitalwarzen,
Herpes simplex genitalis,
Trichomoniasis,
Hepatitis B
Manchmal verursachen die STIs keine Schmerzen oder Symptome. Dann merkt man gar nicht, dass man sich mit einer STI angesteckt hat und kann die Infektion unwissentlich beim Sex an den/die SexualpartnerIn weitergeben. Unbehandelt können STIs die Gesundheit schädigen. Unfruchtbarkeit und chronische Erkrankungen können die Folge sein. Eine frühzeitige Behandlung kann diese Folgeschäden verhindern. Zögern Sie nicht sich ärztlichen Rat einzuholen, wenn Sie bei sich oder Ihrem Partner/Ihrer Partnerin eine STI vermuten oder befürchten.
Wie erkenne ich, dass ich mich angesteckt habe?
Die ersten Beschwerden treten meist dort auf, wo die Ansteckung stattfand, also am Penis, in der Scheide, am After oder im Mund. Einige Tage bis Wochen nach der Ansteckung können folgende Beschwerden auftreten:

  • Brennen und Schmerzen beim Wasserlassen
  • Juckreiz/Brennen/Schmerzen in der Scheide, am Penis oder im After
  • Ausfluss aus Scheide, Penis oder After
  • Scheidenausfluss hat ungewöhnlichen Geruch oder veränderte Farbe
  • Schleimhaut-/Hautveränderungen an Scheide, Penis, Mund oder After (Rötungen, Bläschen, Geschwüre, Warzen)
  • Geschwollene Lymphknoten, v.a. in der Leiste
  • Schmerzen im Unterbauch, eventuell auch beim Geschlechtsverkehr.

Die Anzeichen können aber auch so gering sein, dass man sie nicht bemerkt oder sie falsch deutet, zum Beispiel als Blasenentzündung. Hinzu kommt, dass auch die ersten Symptome in den meisten Fällen nach wenigen Tagen bis Wochen abheilen, die Infektion aber im Körper bleibt. Darum: Bei Beschwerden gleich zur Ärztin oder zum Arzt.
Durch Bakterien hervorgerufeneSTI sind heilbar, die durch Viren entstandenen STI sind nicht heilbar, aber gut behandelbar.
Wenn man schon eine STI hat, dann steckt man sich sehr leicht beim ungeschützten Geschlechtsverkehr mit HIV an.

Gonorrhoe

(Tripper)

Die Erreger der Gonorrhoe sind Bakterien (Neisseria gonorrhoe).
Eine Übertragung ist beim ungeschützten Geschlechtsverkehr mit einer infizierten Person möglich. Das kann vaginaler, oraler oder analer Verkehr sein. Durch die gemeinsame Benutzung von Sexspielzeug kann ebenfalls eine Übertragung erfolgen.
Die Zeit von der Ansteckung bis zur Entstehung erster Beschwerden beträgt etwa 2 bis 7 Tage.
Beschwerden können sein: gelblicher dickflüssiger Ausfluss aus Scheide, Penis, After, eventuell Schmerzen im Unterleib und Brennen beim Wasserlassen. Bei Ansteckung im Rachen manchmal Halsschmerzen. Manche Menschen haben aber auch überhaupt keine Beschwerden.
Es kann auch zu Komplikationen kommen: Die Bakterien steigen auf und es kommt zu einer Entzündung der Geschlechtsorgane im Unterbauch, schlimmstenfalls zur Unfruchtbarkeit.
Die Gonorrhoe ist mit Antibiotika heilbar, der Partner oder die Partnerin muss immer mitbehandelt werden!
Kondome bieten einen guten Schutz.
nach oben

Chlamydien-Infektion

(gesprochen "Kla-mü-di-en“)

Auch die Erreger der Chlamydien-Infektion sind Bakterien (Chlamydia trachomatis)
Eine Übertragung ist beim ungeschützten Geschlechtsverkehr mit einer infizierten Person möglich. Das kann vaginaler, oraler oder analer Verkehr sein. Durch die gemeinsame Benutzung von Sexspielzeug kann ebenfalls eine Übertragung erfolgen.
Die Zeit von der Ansteckung bis zur Entstehung erster Beschwerden beträgt etwa 5 bis 21 Tage.
Die Beschwerden sind ähnlich wie bei der Gonorrhoe: gelblicher Ausfluss aus Scheide, Penis, After, eventuell Schmerzen im Unterleib und Brennen beim Wasserlassen. Bei der Ansteckung im After treten manchmal blutig-schleimige Durchfälle auf.
Auch bei der Chlamydien-Infektion kann es zu Komplikationen kommen: Die Bakterien steigen auf und es kommt zu einer Entzündung der Geschlechtsorgane im Unterbauch, schlimmstenfalls zu Unfruchtbarkeit.
Die Chlamydien-Infektion ist mit Antibiotika heilbar, der Partner oder die Partnerin muss immer mitbehandelt werden.
Prävention: Kondome bieten einen guten Schutz.
nach oben

Syphilis

(Lues)

Die Erreger der Syphilis sind Bakterien (Treponema pallidum).
Eine Übertragung kann schon bei engem Körperkontakt, bei sexuellem Kontakt und bei Kontakt mit Blut erfolgen. Außerdem kann es zu einer Übertragung von der Mutter auf das Kind im Mutterleib kommen.
Die Zeit von der Ansteckung bis zur Entstehung erster Symptome beträgt etwa 3 Wochen.
Bei der Syphilis werden drei Stadien unterschieden:

  • Stadium I: Am Ansteckungsort entsteht ein hartes, nicht schmerzhaftes Geschwür, die dazugehörigen Lymphknoten schwellen an (meist in der Leiste). Die Symptome verschwinden nach ca. 3 Wochen auch ohne Behandlung, die Infektion bleibt aber bestehen!
  • Stadium II: Hautausschlag am ganzen Körper, Fieber, Lymphknotenschwellung, Kopfschmerzen, Krankheitsgefühl. Abheilung der Symptome auch ohne Behandlung, die Infektion bleibt aber bestehen!
  • Stadium III: Nach Jahren kommt es zur Entzündung innerer Organe, vor allem Herz, Blutgefäße, Nervensystem. Dadurch können Persönlichkeitsveränderungen, Gangstörungen, Lähmungen oder Erblindung auftreten.

Die Syphilis ist mit Antibiotika heilbar, der Partner muss immer einen Test auf die Syphilis machen.
Prävention: Kondome reduzieren das Risiko einer Ansteckung.
nach oben

Herpes simplex genitalis

Die Erreger des Herpes simplex genitalis sind Viren (Herpes simplex Virus Typ I und II).
Eine Übertragung ist beim ungeschützten Geschlechtsverkehr mit einer infizierten Person möglich. Das kann vaginaler, oraler oder analer Verkehr sein. Durch die gemeinsame Benutzung von Sexspielzeug kann ebenfalls eine Übertragung erfolgen.
Die Zeit von der Ansteckung bis zum Auftreten erster Beschwerden kann unterschiedlich lang sein und manchmal Jahre dauern.
Es bilden sich in Gruppen stehende, kleine Bläschen, die später aufplatzen und nässende Geschwüre bilden. Es besteht Juckreiz und Schmerzen beim Kontakt. Eventuell tritt Fieber und ein Krankheitsgefühl auf, die Abheilung erfolgt nach 10 bis 14 Tagen ohne Behandlung.
Die Bläschen können mit antiviralen Medikamenten schnell zur Abheilung gebracht werden. Das Virus selbst kann aber nicht abgetötet werden, sondern bleibt lebenslang im Körper des Betroffenen und kann immer wieder Beschwerden verursachen.
Prävention: Kondome reduzieren das Risiko einer Ansteckung.
nach oben

Genitalwarzen

(Condylomata acuminata)

Die Erreger der Genitalwarzen sind Viren (Humanes Papillom Virus, HPV).
Eine Übertragung ist beim ungeschützten Geschlechtsverkehr mit einer infizierten Person möglich. Das kann vaginaler, oraler oder analer Verkehr sein. Durch die gemeinsame Benutzung von Sexspielzeug kann ebenfalls eine Übertragung erfolgen.
Auch bei den Genitalwarzen kann die Zeit von der Ansteckung bis zum Auftreten erster Beschwerden unterschiedlich lang sein und manchmal Jahre dauern.
Es bilden sich einzeln oder in Gruppen stehende kleine harte Warzen an und in der Scheide, am Penis und an und im After aus. Die Warzen können sich stark vermehren.
Selten können die Viren (HPV) zu Gebärmutterhalskrebs führen. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Frauenarzt sind deshalb wichtig!
Behandlung: Die Warzen können entweder herausgeschnitten, mit Laser oder Elektroschlingen abgetragen, mit flüssigem Stickstoff vereist oder mit chemischen Lösungen oder Cremes verätzt werden. Das Virus verbleibt meist ein Leben lang im Körper und kann wiederholt neue Warzen hervorbringen.
Prävention: Kondome reduzieren das Risiko einer Ansteckung. Es existiert eine gut wirksame Impfung, die allen Mädchen in Deutschland vom 12. bis zum 18. Lebensjahr kostenfrei angeboten wird.
nach oben

Trichomoniasis

Die Erreger der Trichomoniasis sind einzellige Geißeltierchen (Trichomonas vaginalis bzw. T. urogenitalis).
Die Trichomoniasis ist die häufigste sexuell übertragbare Infektion. Die Erreger verursachen eine Entzündung der Scheide oder der Harnröhre.
Eine Übertragung erfolgt beim ungeschützten Geschlechtsverkehr mit einer infizierten Person und durch die gemeinsame Benutzung von Sexspielzeug. Trichomonaden können auch nicht-sexuell übertragen werden, z.B. durch die gemeinsame Benutzung von Handtüchern oder in nicht chlorierten Schwimmbädern. Infizierte Mütter können die Trichomonaden während der Geburt auf das Kind übertragen.
Beschwerden bei Frauen sind meist starker vaginaler Juckreiz, Harndrang und Brennen beim Wasserlassen sowie Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Typisch ist ein übel riechender Ausfluss. Es kann zu Komplikationen kommen: Die Trichomonaden steigen auf und es kommt zu einer Entzündung der Eileiter. Eine Unfruchtbarkeit kann die Folge sein. Männer haben oft überhaupt keine Beschwerden. Sie können symptomlose Überträger sein.
Die Trichomonadeninfektion ist mit Medikamenten gut zu behandeln. Der Partner sollte mitbehandelt werden. Kondome bieten einen guten Schutz.
nach oben

Hepatitis B

Auch die Erreger der Hepatitis B sind Viren (Hepatitis B Virus).
Eine Übertragung erfolgt durch sexuellen Kontakt, Küssen und Kontakt mit Blut.
Die Zeit von der Ansteckung bis zur Entstehung erster Beschwerden beträgt etwa 2 bis 3 Monate.
Die Beschwerden können sehr unterschiedlich sein: manchmal nur Bauchschmerzen, Übelkeit, Durchfälle, manchmal aber auch Leberentzündung mit starken Schmerzen, Braunfärbung des Urins, Weißfärbung des Stuhlgangs und Gelbfärbung der Augen. Die Erkrankung kann von allein ausheilen oder aber chronisch werden.
Chronische Hepatitis B: Sie führt zu einer krankhaften Veränderung der Leber und kann zu Leberkrebs führen.
Die akute Hepatitis B erfordert in der Regel keine Behandlung, da sie meist von allein ausheilt. Für die chronische Hepatitis B gibt es eine Behandlung, die aber leider nicht in allen Fällen wirksam ist.
Es existiert eine gut wirksame Impfung, die allen Kindern und Jugendlichen in Deutschland kostenfrei angeboten wird und auch Erwachsenen zu empfehlen ist.
nach oben

Weitere Informationen:

Deutsche Aids-Hilfe: Sexuell übertragbare Infektionen
GIB AIDS KEINE CHANCE: Das Wissensportal zu HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen (STI)
Deutsche STI-Gesellschaft: Was sind STD/STI
nach oben