Mit einer Impfung können Sie Ihrem Kind schon heute helfen, sich langfristig vor bestimmten Krebsarten zu schützen. Diese Krebsarten können oft erst viele Jahre nach einer unbemerkten Virusinfektion entstehen. Verursacht werden sie durch HPV, einem sehr weit verbreiteten Virus.
Was ist HPV genau?
HPV steht für Humane Papillomviren. Diese Viren werden meist unbemerkt sexuell von Mensch zu Mensch übertragen. Fast jeder Mensch infiziert sich im Verlauf seines Lebens mindestens einmal mit HPV. Die meisten dieser HPV-Infektionen heilen von selbst wieder aus. Heilen sie nicht aus, können manche HPV-Typen Jahre später jedoch Krebsvorstufen oder Krebs hervorrufen.
An Krebs durch HPV erkranken in Deutschland etwa 10.000 Menschen pro Jahr. Etwa die Hälfte dieser Fälle betreffen Krebs am Gebärmutterhals. Die übrigen Krebsfälle kommen sowohl bei Männern als auch bei Frauen im Mund- und Rachenraum, Analbereich sowie im Genitalbereich vor.
Seit 2006 gibt es eine Impfung gegen HPV. Die Impfung schützt sehr wirksam und sicher vor Krebs durch HPV-Infektionen.
Warum sollte die HPV-Impfung schon im Grundschulalter ein Thema sein?
Der Schutz durch die HPV-Impfung ist am höchsten, wenn noch kein Kontakt mit dem Virus stattgefunden hat. Mit zunehmendem Alter kommen aber immer mehr Teenager in Kontakt mit dem Virus. Je später geimpft wird, desto geringer ist die Wirksamkeit der HPV-Impfung.
Untersuchungen zeigen, dass eine Impfung im Alter von 12 bis 13 Jahren das Risiko für Gebärmutterhalskrebs später im Leben um rund 90 % senken kann — während der Schutz nur noch bei etwa 35 % liegt, wenn die Impfung erst mit 17 bis 18 Jahren erfolgt.
In dem Alter, in dem Ihr Kind sich jetzt befindet, ist es sehr unwahrscheinlich, dass es bereits mit dem Virus in Kontakt gekommen ist. Durch die Impfung kann also gerade jetzt der bestmögliche Schutz aufgebaut werden Deshalb empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO), alle Mädchen und Jungen bereits ab 9 Jahren gegen HPV impfen zu lassen. Auch lässt sich die Impfung in diesem Alter oft noch unkompliziert in den Alltag einbauen – ohne den zusätzlichen Stress, den Pubertät und Schule mit sich bringen können.
Eine gute Möglichkeit für die Impfung oder eine Impfberatung ist zum Beispiel die neue U10-Vorsorgeuntersuchung für alle 9- bis 10-Jährigen, die seit kurzem von allen Krankenkassen übernommen wird.
Die frühzeitige HPV-Impfung schützt aber nicht nur Ihr Kind selbst vor HPV-bedingten Krebsvorstufen und Krebs, sondern auch indirekt die Gesundheit der nachfolgenden Generation. Wie das? Mit der Impfung wird zum Beispiel die Notwendigkeit für Operationen (Konisationen) durch Krebsvorstufen am Gebärmutterhals reduziert. Konisationen gehen bei einer Schwangerschaft mit einem erhöhten Risiko für eine Frühgeburt einher.
Wie läuft die Impfung ab?
Für einen vollständigen Schutz sind bei Kindern zwei Impfungen im Abstand von mehreren Monaten notwendig.
Die Kosten dafür übernehmen alle Krankenkassen vollständig.
Ihre kinderärztliche Praxis berät Sie gern zur HPV-Impfung
Nutzen Sie die nächste Gelegenheit bei Ihrer Kinderärztin oder Ihrem Kinderarzt, um sich zur HPV-Impfung zu informieren.
Falls Sie keine kinderärztliche Versorgung haben: Über die Terminservicestelle 116117 können Sie einen Termin in einer kinderärztlichen Praxis vereinbaren. Sie können für eine HPV-Impfberatung bzw. Impfung auch das Angebot des Gesundheitsamts nutzen oder zum Beispiel mit Ihrem Kind die eigene hausärztliche oder gynäkologische Praxis aufsuchen – auch in diesen Praxen kann dazu beraten und geimpft werden.