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Babyschwimmen und Asthma

Babyschwimmen: Asthmagefahr durch Desinfektion mit Chlor?

So lautet der Titel der neuesten Presseinformation des Umweltbundesamtes (Presseinformation Nr. 01/2011).
Das Umweltbundesamt (UBA) greift damit Erkenntnisse aus neueren Studien auf, die Hinweise auf einen möglichen Zusammenhang zwischen der Desinfektion des Schwimmbadwassers mit Chlor und der Entstehung von Asthma geben. Auch eine aktuelle Veröffentlichung im Bundesgesundheitsblatt befasst sich mit diesem Thema.

Worum geht es dabei?

Bei der Desinfektion von Schwimmbadwasser mit Chlor entstehen sogenannte Desinfektionsnebenprodukte (DNP). Diese werden durch die Reaktion von Chlor mit Schmutzstoffen gebildet, die von Badegästen ins Wasser eingetragen werden (zum Beispiel Hautschuppen, Reste von Kosmetika, Harnstoff und andere). Wenn Chlor mit Harnstoff reagiert, entsteht als ein DNP Trichloramin. Dieses ist in Verdacht geraten, bei Kleinkindern unter 2 Jahren das Risiko einer Asthmaerkrankung zu erhöhen, wenn in deren Familie bereits Allergien vorkommen. Es wird vermutet, das Trichloramin das frühkindliche Lungengewebe schädigt, so dass dadurch ein erhöhtes Risiko einer späteren Asthmaerkrankung entsteht.

Diese Zusammenhänge sind bisher unzureichend untersucht, so dass noch keine Gewissheit über die genauen gesundheitlichen Wirkungen besteht. Daher sind weitere Untersuchungen zur Klärung der gesundheitlichen Bedeutung von DNP erforderlich. Das UBA empfiehlt bis zur Aufklärung vorsorglich, bei familiärer Vorbelastung mit Allergien auf das Babyschwimmen bis zum Alter von 2 Jahren zu verzichten.

Die Empfehlung ist ausdrücklich auf diese Altersgruppe beschränkt. Alle anderen Kinder und Erwachsene können laut UBA weiterhin bedenkenlos schwimmen gehen.

Was ist zu tun?

Das Schwimmen hat unbestreitbar viele gesundheitliche Vorteile. Damit etwaige Belastungen durch Desinfektionsnebenprodukte vermieden werden, kann jeder Badegast etwas sehr Einfaches und gleichzeitig Wichtiges für deren Reduzierung tun: Gründliches Duschen direkt vor dem Baden entfernt bis zu 90% der Substanzen wie Hautschuppen, Kosmetika, Schweiß und damit auch Harnstoff vom Körper, so dass diese Reaktionspartner dem Chlor im Badewasser nicht mehr zur Bildung von DNP zur Verfügung stehen.

"Hautsache geduscht!"

Das Gesundheitsamt Bremen hat bereits im Jahre 2008 zusammen mit den Bremer Bädern auf diesen Zusammenhang hingewiesen. Die Kampagne "Hautsache geduscht", entwickelt von Studenten der Hochschule für Künste, wirbt auf informative und vielfältige Weise für das Duschen vor dem Baden. Hier erfahren Sie mehr darüber.

Darüber hinaus trägt eine gute Aufbereitung des Schwimmbeckenwassers und eine ausreichende Lüftung der Schwimmbäder entscheidend zur Verringerung einer Belastung mit DNP bei. Wenn dabei der Stand der Technik und die geltenden Richtwerte für das Beckenwasser eingehalten werden und gleichzeitig die Badegäste ihren (Dusch-) Teil dazu beitragen, sind beste Voraussetzungen für ungetrübten Badespass gegeben!

Wenn Sie generell mehr über die Überwachung der Bremer Schwimmbäder durch das Gesundheitsamt erfahren möchten, klicken Sie hier. Informationen über die konkrete Wasserqualität in den einzelnen Schwimmbädern erhalten Sie beim jeweiligen Betreiber.

Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.

Bürgerberatung Umwelthygiene

Montag bis Freitag:
08:30 Uhr bis 12:30 Uhr.