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Bade-Dermatitis...wen juckt's?

Pack' die Badehose ein...

Sommerzeit ist Badezeit, die Badeseen sind beliebte Ausflugsziele für die ganze Familie.

das Foto zeigt von Zerkarien-Dermatitis betroffene Unterschenkel, jpg, 3.5 KB
Zerkarien-Dermatitis

Manchmal kommt es nach dem Badespaß allerdings zu juckenden Hautrötungen, die sehr lästig und unangenehm sein können.
Die Betroffenen leiden dann häufig unter der sogenannten Bade-Dermatitis der Zerkarien-Dermatitis.

Übeltäter Zerkarien

die Abbildung zeigt zwei verschiedene Zerkarien-Typen, jpg, 3.0 KB
Zerkarien-Typen

Verantwortlich für die Bade-Dermatitis sind meist Zerkarien, die sich bevorzugt im Flachwasserbereich von Badeseen aufhalten.
Zerkarien sind mikroskopisch kleine Larven von Saugwürmern, die andere Lebewesen, sogenannte "Zwischenwirte" und "Endwirte", zur Entwicklung und Vermehrung benötigen.
Das erste Larvenstadium besiedelt Süßwasserschnecken. Im Sommer ist Schwärmzeit, das heißt, die Zerkarien verlassen die Schnecken und suchen sich ihren Endwirt. In diesem entwickeln sie sich zum Saugwurm und legen neue Eier ab.
Normalerweise besiedeln die Zerkarien bevorzugt Wasservögel, besonders Enten, also Endwirte. Diese geben mit ihrem Kot die Eier ab, aus denen sich dann wieder die Larven entwickeln.
Geraten Zerkarien in die Nähe badender Personen, können sie sich irrtümlich den Menschen als Wirt suchen und sich in die Haut der Badenden bohren. Dort sterben sie durch die Abwehrreaktion des Körpers ab. Dadurch entstehen juckende Rötungen (Quaddeln), ähnlich wie bei Mückenstichen. Der Juckreiz kann schon wenige Minuten nach Eindringen der Zerkarien beginnen und klingt spätestens nach 7 bis 10 Tagen ab.
Diese Badedermatitis ist eine unangenehme, aber harmlose und folgenlose Hauterkrankung.
Da die Larven im Wasser nur 2 bis 3 Tage überleben, besteht abhängig von der Schwärmzeit jeweils nur kurzzeitig das Risiko der Besiedlung von Badegästen.
Zerkarien können in Badegewässern unabhängig von der hygienisch einwandfreien Badegewässerqualität vorkommen.

Wie können Sie sich schützen?

Vorsorge treffen

Duschen Sie, wenn möglich, direkt nach dem Baden und rubbeln Sie anschließend den Körper kräftig ab. Damit werden Zerkarien entfernt, die nur teilweise in die Haut eingedrungen sind. Vermeiden Sie möglichst einen längeren Aufenthalt im Flachwasserbereich, wenn im Badesee Zerkarien vorkommen.
Ist es zu den beschriebenen Symptomen gekommen, sollten Sie kühlende und Juckreiz stillende Gele auf die betroffenen Stellen auftragen und in schwereren Fällen den Hautarzt aufsuchen.

das Foto zeigt Enten im Wasser, jpg, 4.0 KB

Füttern verboten

Füttern Sie Wasservögel und Fische nicht! Besonders Enten bringen durch ihren Kot die Larven der Zerkarien in das Gewässer. Durch Füttern werden sie unnötig angelockt.

Müll entsorgen

Genauso wie das Nichtfüttern der Tiere hat auch die Müllentsorgung eine hohe Bedeutung. Denn Nahrungsreste, die einfach liegen bleiben oder in offene Müllgefäße entsorgt werden, dienen den Tieren vor Ort als Nahrung und locken Enten, Wasservögel, Krähen und auch Raben an. Nehmen Sie deshalb insbesondere Essensreste wieder mit nach Hause und entsorgen Sie sie dort.

So können Sie dazu beitragen, den Sommer am Badesee unbeschwert zu genießen.